David Schwab

Sozialer Wohnbau für Stadtregionen

Leistbar Wohnen - ein Appell an die Politik

Wohnkosten steigen immer weiter in die Höhe, Stadtregionen sind davon besonders betroffen. Doch was kann man dagegen tun? David Schwab zeigt in seiner Arbeit umsetzungsorientierte Strategien, darunter zum Beispiel die Kooperation zwischen den Gemeinden. Auf politischer Ebene herrscht hier jedoch noch Nachholbedarf.

Mehr als die Hälfte der Wiener Mietwohnungen gehören der Gemeinde oder gemeinnützigen Immobilienfirmen. Der kommunale Wohnbau ist Wiens Aushängeschild. Wie sieht es aber auf stadtregionaler Ebene aus?

Auf 34 Stadtregionen kommen in Österreich 85 Prozent des Gesamtbestandes im sozialen Wohnbau. Das zeigte sich in der erstmaligen Analyse des Bestandes von sozialem Wohnbau, die von David Schwab im Rahmen seiner Arbeit erstellt wurde. Trotzdem deckt der Bedarf die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum noch nicht ab. Das stetige Bevölkerungswachstum greift schnell auch auf kleinere Stadtregionen über und treibt so die Mietpreise in die Höhe.

Es braucht Kooperation zwischen den Gemeinden, um den Zugang und die Verfügbarmachung von sozialem Wohnbau zu verbessern und so gegen den Preisanstieg zu wirken. Der Diplomand wendet sich gezielt an politische Entscheidungsträger und Akteure auf stadtregionaler Ebene und schlägt Maßnahmen vor: Wohnbauoffensive, Mobilisierung und Attraktivierung von Bestandswohnungen und Kostenreduktion in Bau und Verwaltung. Leistbares Wohnen muss zum Planungsziel der Bundesländer werden. Die Rolle der Raumplanung ist hierbei, Flächen für den sozialen Wohnbau zu reservieren. Dies kann zum Beispiel durch Sonderwidmungen oder Vorbehaltsflächen erfolgen.

Wenn wir die beiden Stadtregionen Leoben und Weiz betrachten wird deutlich, dass die Herausforderungen diesbezüglich je nachRegion unterschiedlich sein können. Die Mittelstadtregion Leoben weist einen hohen Bestand an sozialem Wohnbau auf und muss gezielter auf Verwaltung und Zugang fokussieren. Interkommunale Kooperation kann hier von Nutzen sein. In der Kleinstadtregion Weiz hingegen ist der soziale Wohnbau verhältnismäßig unterrepräsentiert. Flächensicherung und Wohnungsneubau sind hier die Handlungsempfehlungen, um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden.