Sandra Violand

Heimatmuseum Bezau

Geschichte(n) aus dem Bregenzerwald

In ihrer Diplomarbeit „Heimatmuseum Bezau – Erweiterungsbau im Bregenzerwald“ wandert Sandra Violand auf den Spuren der Geschichte des Ortes Bezau, untersucht das Wesen eines Bauernhauses, das Heimatmuseum dieser Gegend, und entwirft einen Erweiterungsbau für dieses. Sie macht sich Gedanken über die ungewöhnlichen Proportionen des Seitenflurhauses, über den Dialog zwischen alt und neu und darüber warum ein Holunderstrauch bei einem Bregenzerwälderhaus nicht fehlen darf.

Das Heimatmuseum in Bezau, mit dem sich Sandra Violand in ihrer Arbeit auseinandersetzt, ist ein ehemaliges Bauernhaus aus dem späten 17. Jahrhundert. Bei dem erweiterten Seitenflurhaus, mit einem Wohntrakt nach Süden und einem ursprünglichen Wirtschaftsteil nach Norden, befanden sich seinerzeit Mensch und Tier bzw. Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. In dem umfunktionierten Wohntrakt befindet sich nun das Heimatmuseum, das nach wie vor zahlreiche Besucher und Besucherinnen anzieht und einen tiefen Einblick in das Leben und Wohnen des letzten Jahrhunderts ermöglicht.

Da es dem Museum an Räumlichkeiten für Verwaltung, Depot, Restaurierungsarbeiten, sowie Veranstaltungen fehlt, galt es, eine Erweiterung zu entwerfen, die sich einerseits in die Landschaft einbettet und andererseits mit dem bestehenden Gebäude in einen Dialog tritt. Das Ziel war für Sandra Violand „einen Neubau zu gestalten, der sich möglichst sensibel platziert und dabei den Bedürfnissen des Altbestandes gerecht wird.“ Diese Platzierung ist Sandra Violand mit ihrem Entwurf beispielhaft gelungen. Die tiefe Auseinandersetzung mit dem Ort und der Typologie des Bauernhauses findet sich in der Gestaltung des Neubaus wieder und lässt Alt und Neu auf eine besondere Art miteinander kommunizieren.

Neben einem starken Entwurf, der sich besonders durch den sensiblen Umgang mit dem Altbestand auszeichnet, will an dieser Stelle auch die gebundene Diplomarbeit an sich erwähnt sein. Das Buch besticht neben zahlreichen atmosphärischen Fotografien auch durch ein klares Layout und einer unwiderstehlichen Haptik. Das Zusammenspiel aus Analyse, Entwurf und dem Buchobjekt an sich verleiht der Diplomarbeit eine ganzheitliche Qualität, die der Leserin oder dem Leser den Duft des Bregenzerwaldes in die Nase steigen lässt.