Paul Gröfler, Michael Schwarz

Kifufu Integrative School

In einer Welt aus Staub, Regen und Jerrycans

Kifufu – ein Dorf in Uganda, nahe dem Äquator. Das Land wird vom Rhythmus der Regen- und Trockenzeiten beherrscht. Das Wort „Kifufu“ bedeutet Staub, was uns erahnen lässt, unter welchen Bedingungen Paul Gröfler und Michael Schwarz dort eine Schule errichtet haben. Im Hintergrund läuft der ohrenbetäubende Dieselgenerator, der oft die einzige Stromquelle darstellt.

Paul Gröfler und Michael Schwarz nehmen uns mit nach Uganda, eins der im Altersschnitt jüngsten Länder der Welt; die Bevölkerung hier besteht zu knapp der Hälfte aus 0-14-Jährigen. Eine integrative Schule ist mehr als notwendig, weil Schule in Uganda nicht nur Mathematik und Schreiben vermittelt. Hier lernen die Kinder Felder zu bestellen, sie kommen zum Essen und Schlafen. Kurz: eine Schule ist ein Lebensmittelpunkt für Kinder aus entlegenen Gebieten. Eine große Zahl von beeinträchtigten Kindern wird hier zudem meist versteckt gehalten.

Als die Diplomanden über den Verein „Kindern eine Chance“ von dem Plan erfuhren, zögerten sie nicht lange. Doch Bedürfnisse in einem Land zu decken, dessen größtes Problem die Mangelernährung ist, ist schnell eine schwierige Angelegenheit, die viel Kooperation und Improvisationsvermögen abverlangt.

Mit Einreichplänen und Höhenlinien, die im Vorfeld in Wien recherchiert wurden, konnten die beiden nur wenig anfangen, stattdessen haben Sonnenverlauf und Regenzeiten Macht über das Geschehen. Verfügbarkeit und Preise von Holz und Ziegel sind stark abhängig von dem Verlauf der Regenzeit, Wasser muss aus einem Bohrloch aus dem Dorf in Kanistern zur Baustelle getragen werden. Man merkt schnell, dass in Kifufu andere Bedingungen herrschen. Umso erfreulicher, dass sich in kürzester Zeit ein Team aus BewohnerInnen fand, welches das Projekt trotz der minimalistischen Werkzeugausstattung mit überwältigender Willenskraft unter immensem Zeitdruck zu verwirklichen half.

Die einen oder anderen Ungereimtheiten zwischen den Kulturen werden im Nachhinein mit einem Lächeln betrachtet. So war die Verarbeitung von Holz alles andere als das, was der Vorarlberger und der Tiroler aus ihrer Heimat kannten. Selbstverständlichkeiten können nicht vorausgesetzt werden, so wurde ein gezeichneter Plan nur bedingt richtig gelesen und drei Tage Schaufelarbeit waren umsonst.

Paul Gröfler und Michael Schwarz lernten Architektur in ihrer fundamentalsten Form kennen und erinnern sich gerne an die Monate voller Erlebnisse und Freundschaften zurück.